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Der Klassenerhalt der Herren I war das i-Tüpfelchen in der erfolgreichen Bilanz der VfL-Baskets
Eine nervenaufreibende Saison hat für die VfL-Baskets Treuchtlingen ein gutes Ende genommen. Bereits zum dritten Mal konnten sich die Korbjäger um Trainer Stephan Harlander und Spartenleiter Josef Ferschl den Klassenerhalt in der 1. Regionalliga Südost sichern – eine Spielklasse, über der nur noch die Bundesligen stehen. Nach all dem Zittern bis zum vorletzten Spieltag und dem abschließenden fulminanten Sieg gegen das Topteam von Oberhaching-Deisenhofen empfahl der VfL-Coach, die Saison erst einmal ein paar Tage ruhen zu lassen. Das haben auch wir getan, ohne dabei zu vergessen, unsere alljährliche Bilanz zu ziehen.
Und die fällt sehr positiv aus: Obwohl die Treuchtlinger auch diesmal wieder „nur“ um den Klassenerhalt spielten, strömten die Zuschauer weiter unbeirrt zu den Heimspielen. Rund 600 Zuschauer kamen im Schnitt in die Senefelder-Turnhalle. Kein anderes Sportereignis im Landkreis hat eine derart große Anziehungskraft auf das Publikum, das mit vielen packenden Spielen und den Siegen gegen Ansbach (in einer dramatischen Verlängerung), FC Bayern München II sowie den bereits erwähnten Deisenhofenern zahlreiche Highlights erlebte. Zu guter Letzt spielten die VfL-Baskets mit ihrem abschließenden Sieg sogar noch den Meistermacher für Baunach.
Der erneute Klassenerhalt nach einer von Verletzungen und Ausfällen geprägten Spielzeit 2012/2013 war sozusagen die i-Tüpfelchen auf eine erfolgreiche Saison. „Wir haben uns als Verein in allen Bereichen weiterentwickelt“, stellt Abteilungsleiter Josef Ferschl heraus. Für ihn und alle anderen Verantwortlichen zählen nämlich auch die weiteren Erfolge: Die zweite und dritte Herrenmannschaft wurden jeweils Meister und steigen auf, die U18 und die U16 lagen in den mittelfränkischen Bezirksoberligen ebenfalls vorn und spielten dann auch im Konzert der Großen bei den Bayerischen Meisterschaften mit den Plätzen drei und vier sehr gut mit.
Quali für Nachwuchs-Bundesliga?
Diese Erfolge bestätigen das Amateur- und Nachwuchskonzept des VfL, der in Zukunft noch einiges vor hat. „Wir sind noch lange nicht fertig“, sagt Trainer Stephan Harlander. Bereits im Sommer hofft man auf den nächsten großen Schritt, denn die Treuchtlinger werden mit ihren Nachwuchstalenten um die Qualifikation für die Nachwuchs-Bundesliga spielen. Sollte hier ein erneuter Erfolg gelingen, würde dies den Basketball-Standort Treuchtlingen weiter stärken.
Genauso wie es in der vergangenen Saison zwei „Neue“ getan haben: Peter Maischak, der aus Rostock kam, und Tim Eisenberger, der zuletzt in Rhöndorf in der 2. Bundesliga ProB gespielt hatte, erwiesen sich als absolute Glücksfälle. Beide wurden freilich nicht „eingekauft“, wie das bei vielen anderen Vereinen der 1. Regio passiert, sondern sind vor allem deshalb gekommen, weil sie sich mit dem Treuchtlinger Konzept voll identifizieren. Maischak kam durch ein Praktikum in Ingolstadt nach Bayern, Eisenberger durch sein Studium. Und beide bleiben auch in der nächsten Saison in Treuchtlingen.
Die Personalie Eisenberger ist insofern sehr pikant, weil er aus Ansbach stammt und dort mit Basketball begonnen hat, ehe er in die Rhöndorfer Nachwuchs-Akademie wechselte. Als er jetzt nach Mittelfranken zurück-kehrte, entschied er sich allerdings nicht für seinen Stammverein, sondern für die VfL-Baskets, bei denen er sehr schnell zu einem der absoluten Leistungsträger avancierte. Die Neuzugänge zählten auch zu den Garanten für den Klassenerhalt. Maischak war mit 23,1 Punkten der Treuchtlinger Topscorer, der in der Gesamtwertung der 212 Spieler der 1. Regio auf Rang drei steht und zudem die beste Dreierquote (2,9 pro Spiel) vorweisen kann. Volker Lang erzielte die zweitmeisten Punkte (im Schnitt 16,2), Tim Eisenberger lag vereinsintern auf Rang drei (15,8).
Der Dauerbrenner im Treuchtlinger Team ist jedoch Claudio Huhn: Als einziger Spieler des VfL hat er alle 26 Partien bestritten und dabei 303 Punkte (Schnitt: 11,7) erzielt. Mit 25 Spielen folgte Fabian Ferschl – wie immer ein vorbildlicher Kapitän – auf Rang zwei. Ebenfalls 25-mal war Arne Stecher dabei, gefolgt von Volker Lang, Peter Maischak und Martin Donaubauer mit je 23 Einsätzen.
„Modern und altmodisch“
Für die Zukunft will der VfL an seiner bisherigen Marschroute festhalten und keinen Spieler aktiv von anderen Vereinen wegholen. Wer nach Treuchtlingen kommt, soll das von sich aus wollen und sichzugleich mit dem Konzept identifizieren. Trainer Stephan Harlander und Abteilungsleiter Josef Ferschl sehen in einer Mischung aus „modern und altmodisch“ den richtigen Weg: Modern, was professionelles Training und ebensolche Rahmenbedingungen anbelangt; altmodisch, wenn es um das Bewahren von Werten wie Teamgeist, Freundschaft und Zusammenhalt geht. Auch den Aufgaben in der sozialen Entwicklung der jungen Basketballer will sich der VfL stellen.
Und dann wird man sehen, ob und wie die Erfolgsgeschichte weitergeht – und auch, wie sich die Treuchtlinger nächste Saison personell aufstellen. Derzeit ist aber erst einmal Pause angesagt. Aus Sicht des Trainers ist es nämlich gut, wenn die turbulente und kräftezehrende Saison noch ein wenig ruht.
Uwe Mühling
Siehe auch Web-Seite Weißenburger Tagblatt:
http://www.nordbayern.de/region/weissenburg |